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Markt der Möglichkeiten: Krippe, Kindergarten oder Hort?


Das erste Kita-Praktikum rückt näher - und mit ihm viele Fragen: Welcher Bereich passt zu den eigenen Stärken? Wie findet man eine geeignete Einrichtung? Und was wird dort erwartet? Am 9. September 2026 trafen die neuen Erzieherklassen deshalb auf Schüler:innen des Abschlussjahrganges, die ihre ersten Praxiseinsätze bereits absolviert hatten.

 
Von Schüler:innen für Schüler:innen

Die Klassen des Erzieherjahrgangs 2024 hatten den Markt der Möglichkeiten weitgehend selbstständig vorbereitet. Sie stellten Praxisfelder vor, erklärten Zielgruppen und Arbeitszeiten und sprachen über rechtliche und fachliche Grundlagen. Begleitet wurden sie von Frau Stegelmann und Herrn Spiller, den Fachlehrkräften für Lernfeld 1.

„Beim Markt der Möglichkeiten ist es immer schön zu sehen, wie die höheren Jahrgänge Tipps und Tricks an die neuen Schüler:innen weitergeben. Dabei geht es um das Praktikum, aber auch um Dinge, die den Schulalltag erleichtern können.“

Frau Stegelmann, Lehrkraft der Fachschule Sozialwesen 
 

Aus vielen Fragen wurden klare Eckdaten

Neben persönlichen Erfahrungen ging es an diesem Tag um die Fakten, die vor dem ersten Praktikum besonders wichtig waren.

• Arbeitsfelder: Krippe, Kindergarten und Hort
• Umfang: 400 Arbeitsstunden in Vollzeit
• Dauer: ca. 10 Arbeitswochen bei 40 Stunden pro Woche; mit Ferienzeiten elf bis zwölf Wochen im Kalender
• Begleitung: Praxisanleitung, Reflexionsgespräche und Hospitationsbesuch
• Nachweise: individueller Ausbildungsplan, Portfolio und schriftliche Aufgabe

Im Hort arbeiten pädagogische Fachkräfte typischerweise mit Kindern bis zu zehn Jahren. So können die Schüler:innen vergleichen, welche Altersgruppe und welcher pädagogische Alltag zu ihnen passt.

Vom Überblick zur eigenen Entscheidung

Mit den Eckdaten wurde die Wahl greifbarer. Die älteren Klassen hatten zusätzlich eine Liste mit Einrichtungen erarbeitet, an die sich die neuen Schüler:innen wenden können. So ließen sich Krippe, Kindergarten und Hort besser vergleichen.

„Die Schüler:innen des Jahrgangs 2026 erhielten einen Überblick über die möglichen Arbeitsfelder. So konnten sie entscheiden, welches Arbeitsfeld für ihr Praktikum infrage kam, oder ihre bisherige Wahl noch einmal prüfen. Besonders hilfreich war die konkrete Liste von Einrichtungen, an die sie sich wenden konnten.“

Herr Spiller, Lehrkraft der Fachschule für Sozialwesen
für Lernfeld 1

Doch mit der Wahl des Arbeitsfeldes war eine weitere Frage noch nicht beantwortet: Was passiert, wenn im Praktikum nicht alles sofort gelingt?

Gelassenheit statt Perfektionsdruck

„Geht mit Gelassenheit in das erste Blockpraktikum. Ihr seid Lernende und dürft aus Fehlern lernen. Setzt euch klare Ziele, stellt Fragen und sprecht mit dem Kollegium, den Lehrkräften und euren Mitschüler:innen, wenn ihr nicht weiterwisst.“

David, Erzieherschüler Jahrgang 2024

Das Praktikum ist ein Lernort. Fragen, Unsicherheiten und Gespräche mit der Praxisanleitung, den Lehrkräften oder der eigenen Klasse gehört dazu. Wichtig sind realistische Ziele und die Bereitschaft, das eigene Handeln zu reflektieren.

Nach dem Markttag beginnt die eigentliche Vorbereitung

Der Austausch gab Orientierung; die Begleitung setzt sich im Praktikum fort. Die Schüler:innen führen regelmäßige Reflexionsgespräche mit ihrer Praxisanleitung. Hinzu kommt ein individueller Ausbildungsplan, ein Portfolio, eine schriftliche Aufgabe und ein Hospitationsbesuch. Am Ende bespricht die Einrichtung ihre Einschätzung in der Regel mit den Praktikant:innen; die Praxisleistung erscheint als Note im Jahreszeugnis.

Zurück in der Schule werden die Erfahrungen in verschiedenen Lernfeldern weiter ausgewertet und mit der Theorie verbunden. Im ersten Praktikum verfassen die Schüler:innen einen Situationsbericht, im zweiten einen Reflexionsbericht.

 

Orientierung im Praxisdschungel, Fotos: DPFA Dresden
Kreative Angebote ausprobieren zum Markt der Möglichkeiten, Foto: DPFA
Origami braucht Geduld und Genauigkeit, Foto: DPFA
Man tauschte Erfahrungen aus dem Praktikum im Hort aus, Foto: DPFA
Es wurden kreative Ergebnisse über das Thema Praktikum ausgestellt. Foto: DPFA Dresden
Verschiedene Praktikumsmappen wurden vorgestellt und sich dazu ausgetauscht. Foto: DPFA Dresden
Eine Schülerin zeigt worauf man in der Krippe beim wickeln achten sollte. Foto: DPFA Dresden
Im Krippenpraktikum braucht man eine gute Wickeltechnik. Foto: DPFA Dresden
Viele Fragen - reger Austausch mit gesunden Snacks, Foto: DPFA
Es wurden kreative Praktiken selbst ausprobiert. Foto: DPFA Dresden
Kreative Angebotspraktik selbst ausprobieren. Foto: DPFA Dresden
Es gab Gesprächsrunden zu Praktikumsarbeit in einer KiTa. Foto: DPFA Dresden
Vorgegebene Fragen erleichtern den Austausch. Foto: DPFA Dresden
Mit Stempelkarte als Stationsarbeit wurden alle Angebote gut erklärt, Foto: DPFA
Vorgegebene Fragen erleichtern den Austausch. Foto: DPFA Dresden
 
Der Blick ging über die Kita hinaus

Der Markt der Möglichkeiten war zweimal im Schuljahr vorgesehen: zum Kita-Praktikum und zum Kinder- und Jugendpraktikum. Im zweiten Praxiseinsatz kamen zum Beispiel Wohngemeinschaften, offene Treffs, Schulsozialarbeit, Förderschulen oder sozialpädagogische Angebote in psychiatrischen Einrichtungen infrage. Die Klient:innen konnten bis zu 27 Jahre alt sein.

Was von diesem Tag blieb

Am Ende hatten die neuen Klassen nicht nur Informationen gesammelt. Sie wussten besser, was sie im Praktikum erwartete, welche Einrichtung zu ihnen passen könnte und an wen sie sich bei Fragen wenden konnten. Der Markt der Möglichkeiten verband damit Fachwissen aus dem Unterricht mit den Erfahrungen der älteren Jahrgänge und gab konkrete Orientierung für den eigenen Start.

 

Mehr zur Erzieherausbildung an der DPFA in Dresden: www.dpfa-erzieher.de/standorte/erzieherausbildung-dresden